Graffiti, Tags oder auch die Spuren von Farbbeuteln sind im Zürcher «Chreis Cheib» keine Seltenheit. Trotzdem sticht ein Farbanschlag an der Badenerstrasse heraus. Schmierstreifen verdunkeln die Fensterfront des neuen Geschäftssitzes von Theo Hotz Partner. Gekonnt geschmiert hat sie das Kunstduo Gen Atem und Miriam Bossard im Auftrag des Architekturbüros. Die sieben repetitiven und verfremdeten Kunst-am-Bau-Drucke beziehen sich auf die Umgebung: ein Quartier, das mit Neubauten, hippen Concept Stores und Pop-ups mitten in der Gentrifizierung steckt. Das Duo spiegelt damit auf subversive Weise die Rolle der Architekten, aber auch die eigene als Gestaltende. Die Farbkleckse sind dabei weniger ein Instrument des Widerstands, sondern vielmehr ein ambivalentes Motiv. Nicht auszuschliessen, dass weitere folgen werden.